Wenn das Navigationssystem zum Hindernis wird

23. Mai 2016 in News

Schnell und sicher ans Ziel kommen, auch wenn man sich nicht auskennt: Navigationsgeräte machen das heute ziemlich einfach. Sie sind inzwischen vor allem für Vielfahrer eine grosse Hilfe, sodass kaum ein Autofahrer heutzutage noch auf sie verzichten möchte.

Bei sachgemässer Handhabung unterstützt ein Navigationssystem den Fahrer bei der Suche nach einem ihm unbekannten Fahrziel und sorgt so dafür, dass er sich besser auf den Verkehr konzentrieren kann. Damit leistet das Gerät oft auch einen grossen Beitrag zur Sicherheit im Strassenverkehr. Aber es gibt bisweilen auch Nachteile: Am falschen Ort angebracht, kann das Navi die Sicht behindern und/oder ablenken.

Das Navigationsgerät darf die Sicht des Fahrers nicht behindern

Viele Autofahrer montieren das Navigationsgerät an der Windschutzscheibe. Das ist zunächst einmal nicht grundsätzlich verboten. Allerdings gibt es dazu in der Verordnung über die technischen Anforderungen an Strassenfahrzeuge (VTS) klare Vorschriften. Nach Artikel 71 a, Absatz 1, muss ein Fahrzeugführer in der Schweiz dafür sorgen,

dass während der Fahrt bei einer Augenhöhe von 0,75 Metern über der Sitzfläche ausserhalb eines Halbkreises im Radius von 12 Metern ein freier Blick auf die Fahrbahn gewährleistet ist.

Das bedeutet: Navigationsgeräte darf man zwar auch an der Frontscheibe befestigen, aber nur solange sie den Sichtkreis des Fahrers nicht einschränken. Der Fahrzeugführer sollte also im Zweifelsfall diese Parameter überprüfen, wenn er auf der Suche nach dem richtigen Platz für sein Navi ist.

Beachtet er die Verordnung nicht, kann dies mit einer Geldbusse von bis zu 500 Franken geahndet werden. Zudem fallen bei der Verhängung einer Geldstrafe noch Gebühren für die Bearbeitung an, sodass man durch eine derartige Unachtsamkeit schnell einmal 700 Franken oder mehr zu zahlen hat. Man ist daher gut beraten, wenn man sofort eine geeignete Stelle für das Navigationssystem auswählt. Möchte man es an der Windschutzscheibe anbringen, so sollte man es so tief wie möglich montieren.

Sicherheit geht vor – Die Route vorher ins Navi eingeben.

Die Platzierung des Navis im Auto ist jedoch nicht das Einzige, was man beachten muss. Auch bei der Einprogrammierung des Zieles sollte man etwas aufpassen. Wer erst während der Fahrt das Navigationssystem einstellt oder die Zieladresse sucht, kann sich nämlich nicht mehr in ausreichendem Masse auf die Fahrt und den Verkehr konzentrieren.

Das Eingeben eines Ziels oder das Umstellen der Routenoptionen beim Fahren ist eine Ablenkung, die einen Zeitraum von einigen Sekunden bis zu über einer Minute in Anspruch nimmt. Die Strassenverkehrsgesetze der Schweiz sehen allerdings vor, dass man sich während des Führens eines Fahrzeugs keiner zusätzlichen vermeidbaren Ablenkung aussetzen soll. Darunter fällt selbstverständlich auch das Bedienen eines Navis.

Wer sich also erst beim Fahren mit seinem Navigationssystem beschäftigt, gefährdet die Sicherheit im Strassenverkehr. Und das hat unter Umständen weitreichende Konsequenzen. Bei einem Schadensfall aufgrund unsachgemässer Handhabung des Navigationsgeräts kann die Kfz-Versicherung die Handlung als grobe Fahrlässigkeit auslegen, was dann eventuell eine Kürzung der Versicherungsleistung zufolge hat.

Manche Schweizer Auto-Versicherungen bieten zwar gegen einen festgelegten Aufpreis einen zusätzlichen Schutz bei Fällen grober Fahrlässigkeit an. Allerdings ist keineswegs immer sicher, dass die Zusatzleistung bei einer groben Fahrlässigkeit während der Nutzung eines Navigationsgeräts greift. Möchte man eine solche Klausel also in die Versicherungs-Police aufnehmen lassen, sollte man rechtzeitig prüfen, für welche Angelegenheiten die Versicherung im konkreten Fall aufkommt.

Aber selbst wenn grobe Fahrlässigkeit mitversichert ist: Sicherheit im Strassenverkehr hat stets oberste Priorität. Das gilt unabhängig davon, wie gut man versichert ist. Man sollte während der Fahrt stets so gut wie möglich bei der Sache bleiben. Sorgen Sie also lieber vor dem Fahrtantritt dafür, dass das Navi ordnungsgemäss und gut befestigt ist und dass die Route bereits eingeben wurde. Das erleichtert Ihnen die Fahrt, schont die Nerven und trägt zur Verkehrs-Sicherheit bei.

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