Vorsicht Wildunfall: Frühling birgt Gefahren für Tier und Mensch

20. April 2016 in News

Die Wildsaison beginnt und in den nächsten Wochen müssen Autofahrer besonders auf der Hut sein. Die Zahl der Wildunfälle nimmt im Frühling stark zu. Jungtiere machen sich auf die Suche nach einem neuen Territorium und wagen den Weg aus dem schützenden Wald. Hirsche, Rehe, Wildschweine und Füchse verursachen bei Strassenüberquerungen häufig Unfälle. Diese enden für das Wild oft tödlich und lassen den Autofahrer mit hohen Kosten für die Schadensbehebung zurück.

Wildunfälle kosten im Durchschnitt knapp 3000 Franken

Laut Angaben der Basler Versicherung verursacht ein Wildunfall im Durchschnitt Kosten von 2900 Franken. Der Wert ist in den vergangenen Jahren angestiegen, da der Durchschnitt im Jahr 2006 erst bei 2300 Franken gelegen hat. Die steigenden Kosten lassen sich mit der Bauweise der modernen Autos erklären. Immer mehr Fahrzeuge sind mit einer Einparkhilfe ausgestattet, die sich im vorderen Bereich der Motorhaube befindet. Am häufigsten kommt es laut des Versicherers zu Unfällen mit Rehen. An zweiter und dritter Stelle findet man Füchse und Hirsche. Wildschweine belegen den vierten Platz.

Die Auswertung des Versicherers gibt auch Auskunft darüber, welche Tiere die höchsten Kosten verursachen. Nicht überraschend ist dabei, dass eine Kollision mit einem Hirsch oder einem Wildschwein besonders kostspielig ist. Ein ausgewachsener Hirsch kann eine Schulterhöhe von ca. 120 Zentimetern haben und eine Körpermasse von 100 Kilogramm und mehr ist keine Seltenheit.

Bei einem ausgewachsenen Keiler ist sogar mit einer Kopf-Rumpf-Länge von bis zu 130 Zentimetern und einem Gewicht von bis zu 200 Kilogramm zu rechnen. Neben Schäden am Auto wird häufig auch der Airbag ausgelöst, was zusätzliche Kosten verursacht. Kleine Tiere wie ein Fuchs oder ein Luchs richten dagegen oft nur sehr kleine Schäden oder gar keine Schäden am Wagen an.

Was muss im Fall eines Unfalls unternommen werden?

In der Zeit von Wildwechseln auf Landstrassen ist für Autofahrer Vorsicht geboten. Sind entsprechende Hinweistafeln am Strassenrand zu sehen, sollte man die Geschwindigkeit unbedingt reduzieren. Ein geschärfter Blick auf den Strassenrand kann einen Unfall verhindern. Viele Tiere sind zudem nachtaktiv und es kommt besonders in der Dämmerung zu Überquerungen von Strassen.

Ist ein Unfall nicht vermeidbar, muss in jedem Fall der zuständige Forstverwalter kontaktiert werden. Ein totes Tier darf nicht mitgenommen werden, da man sich ansonsten im Rahmen des Wildereignisgesetzes strafbar macht. Macht das Tier den Anschein, als sei es nicht verletzt und rennt in das schützende Dickicht, muss der Vorfall dennoch gemeldet werden. Interne Verletzungen könnten Leiden verursachen, die auf den ersten Blick nicht zu erkennen sind. Ist der Förster alarmiert, kann er nach dem Tier Ausschau halten und es bei Bedarf von seinen Leiden erlösen.

Graubünden: Hier kommt es am häufigsten zu Wildunfällen

Die Basler Versicherung gibt an, dass das Risiko für einen Wildunfall in der Schweiz in Graubünden am höchsten ist. Laut Angaben des Versicherers kommt es dort pro 1000 Versicherungskunden zu acht Wildunfällen. Auf dem zweiten Platz befindet sich Appenzell-Innerrhoden (5 pro 1000).

Um den Schaden bei der Versicherung geltend zu machen, ist ein Unfallprotokoll notwendig. Sowohl die Polizei als auch der Förster müssen umgehend benachrichtigt werden. Es ist zudem ratsam, Bilder vom Unfallort aufzuzeichnen und sie dann zusammen mit der Schadensbearbeitung einzureichen. Verlässt das Tier die Unfallstelle, kann der Forstbeamte eine Bestätigung über die Kollision erstellen.

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