Für Nicht-Schweizer ist die Autoversicherung oft teurer

11. April 2016 in News

Autofahrer in der Schweiz, die einen ausländischen Pass besitzen, zahlen nicht selten deutlich höhere Prämien als Versicherte mit einem Schweizer Pass. Sie müssen bisweilen mehrere Hundert Franken mehr bezahlen. Auch für sie lohnt sich aber häufig ein Versicherungsvergleich, um aus dem Angebot diverser Autoversicherer das für sie beste zu finden.

Ein Beispiel: 800 Franken höhere Prämien pro Jahr

Zuschläge für Nicht-Schweizer bei den Prämien der Autoversicherung betreffen alle Versicherten mit einer nicht inländischen Staatsbürgerschaft. Ein Beispiel lieferte die Berner Zeitung in einem Artikel vom ersten April. Sie berichtete von einem 42-jährigen Familienvater, der als Nichtschweizer bereits sei mehr als 30 Jahren in der Schweiz lebt und gut 800 Franken mehr für seine Autoversicherung zahlt, als ein Schweizer im gleichen Alter und mit demselben Auto. Das Vorgehen beschränkt sich dabei nicht auf einzelne Versicherer, sondern ist eine weitläufig anerkannte Geschäftspraxis.

Nicht einheitlich sind die Prämienaufschläge für die einzelnen Pässe. Besonders hoch sollen die Prämien für Personen aus dem Nahen Osten und aus den Balkanstaaten sein. Bei einigen Versicherern sind es dagegen Asiaten und Amerikaner, die besonders tief in die Tasche greifen müssen, um eine vollwertige Autoversicherung zu erhalten. Nicht ganz so hart trifft es Spanier, Italiener und Franzosen.

Schadensstatistiken sollen Gründe für die Unterschiede sein

Laut Angaben von Anna Ehrensperger, Sprecherin der Axa-Winterthur, sind Schadensstatistiken der Grund für die unterschiedlich hohen Prämien, berichtet die Berner Zeitung. So sei es nachweisbar, dass ein Fahrer mit ausländischem Pass ein höheres Schadensrisiko berge, als ein Fahrer Schweizer Nationalität.

Um eine faire Kostenverteilung für die Kunden zu sichern, ist eine Anhebung der Prämien damit aus Sicht der Versicherung unumgänglich. Diese Ansicht teilen die Versicherer miteinander. Auf Nachfragen wird aber auch betont, das die Herkunft nur einer von vielen Faktoren sei, der für die Berechnung einer Prämie herangezogen wird.

Die Formeln der detaillierten Risikoberechnung bleiben aber geheim. Daher ist schwer nachzuhalten, auf welcher Basis eine Prämie im Detail bestimmt wird. Seit knapp 20 Jahren ist es Versicherungen erlaubt, die Risiko- und damit die Tarifberechnungen selbst vorzunehmen. Das bedeutet auch: Lässt sich anhand von Statistiken nachweisen, dass bei ausländischen Fahrern ein höheres Unfallrisiko als bei inländischen besteht, gilt die erhöhte Prämie nicht als Diskriminierung.

Vergleichen hilft zu sparen

Besitzt man keinen Schweizer Pass, bleiben oft nicht viele Möglichkeiten, um in Sachen Autoversicherung zu sparen. Der beste Weg, um die beste und günstigste Prämie zu finden, ist ohne Frage ein umfassender Versicherungsvergleich. Wer richtig vergleicht und im besten Fall seine Autoversicherung auch noch zur richtigen Zeit abschliesst, kann seinen Wagen zu einer guten Prämie rundum versichern.

Umstände wie das Alter, die Automarke und die eigene Unfallfreiheit spielen eine wichtige Rolle für die Berechnung der monatlichen Raten. Die Angebot der einzelnen Versicherer sind da oft sehr unterschiedlich, aber mit ein wenig Recherche ist die richtige Police schnell gefunden. Wichtig ist, dass die Autoversicherung auf die eigenen Ansprüche und Umstände ideal zugeschnitten ist.

Nicht nur Vergleichen hilft: Wer bei Prämien sparen möchte, kann sich beispielsweise für eine Autoversicherung mit einem höheren Selbstbehalt entschieden. Der Versicherte muss sich dann aber bewusst sein, dass er im Schadensfall eine höhere Summe selbst zu zahlen hat. Eine weitere Möglichkeit: Versicherer bieten aus unterschiedlichen Gründen Rabatte für AutofahrerInnen an, beispielsweise für FahrerInnen von Autos mit geringem CO2-Ausstoss. Auch solche Rabatte sollte man bei der Auswahl der passenden Autoversicherung berücksichtigen.

Schlagwörter: , , , ,


Kommentare sind geschlossen.